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Gastbeitrag 2: Strategie - Regeln für Regelbrecher

An dieser Stelle wollen wir Gastautoren zu Wort kommen lassen. Es handelt sich um Menschen, die sich durch ihre Persönlichkeit, ihr Wissen, ihre Erfahrung, ihre Originalität, ihren Humor, ihr Sein oder einfach ihre Schreibe auszeichnen. Egal wodurch, ein anderer Blick auf die Dinge schadet nie.

Einem Thema, das vielen, die mit Unternehmens- und Personal-/Karriereberatern schon mal zu tun hatten, sicher schon mal untergekommen ist, widmen wir uns heute: Regeln brechen, nicht konform sein, Hinweise für ein erfolgreiches Berufsleben, verfasst von einer der bekanntesten deutschen Unternehmensberatungsgesellschaften.

Unser Gastautor Christian Kionka ist in einem großen Unternehmen der Lebensmittelbranche in führender Position tätig. Viele Jahre hat er den Rohstoffeinkauf geleitet und verantwortet seit über 10 Jahren die Konzernkommunikation und den Bereich Public Affairs. Er hat einige Organisationsentwicklungs- und Veränderungsprozesse miterlebt bzw. -gestaltet.

Hierzu Gedanken zu

Regeln für Regelbrecher

Was fällt Dir dazu ein?


Neulich gab mir ein Freund einen Flyer, den ein bekanntes Beratungsunternehmen verschickt: Regeln für Regelbrecher, heißt er. "Was das wohl wieder ist?", frage ich skeptisch. Es fängt auch gleich mit den Querdenkern an, die wohl wieder mal die Welt gerettet und ihr Unternehmen in den Dividenden- und DAX-Himmel gehoben haben. "Mitdenker wären auch nicht schlecht", brummele ich. Kenne ich doch selbst Kollegen, die Querdenken propagieren, während sie ohne zu denken drauf los reden.

Die erste Regel "Einfach machen", bestätigt das. Und schiebt aber am Ende den Prüfungsvorbehalt für den richtigen Moment ein. Also doch nicht. Wohl lieber den Berater fragen. DEN. Mit dem Flyer.

Zu denen passt auch die zweite Regel: Klappern gehört zum Handwerk. "Alles Angeber!" Wird auch zugegeben. Bringt Erfolg. Na ja.

Nummer drei will dann Konkurrenten nicht mehr vernichten, sondern den Wettbewerber umarmen, sich mit ihm austauschen. Na, viele Grüße ans Kartellamt, denke ich und wende mich mit Staunen Regel vier zu: Stehen Sie für Werte ein.

Genau, nicht nur ans Geschäft denken, Gutes tun, aber wirklich. Dann lieben Dich die Kunden, aber nur, wenn man es auch so meint. "Und der Preis stimmt", sage ich.

In dem Sinne kommt auch Regel fünf mit Sparsamkeit. Was braucht man schon zum glücklich und erfolgreich sein? Ein Smartphone. Aha.

Damit dann "Ab in den Sandkasten" (Nummer sechs) und ausprobieren, was man immer schon mal wollte. Aber nicht das Falsche, sonst wird's teuer, steht da. Also: Berater fragen. DEN.

Oder Außenseiter, Störenfriede, Nerds, Rebellen (Nummer sieben). Achtung, sie könnten mal unsere Chefs werden. Muss ich jetzt jeden, der nur anders ist...?

Zu Regel acht kommt der Sprung durchs halbe (mindestens) Berufsleben. Chefs sollen nach unten hören. Wie? Eben sollte ich noch auf Außenseiter etc. hören, dann Chef werden und ab da nach unten hören? Durch die "Lehmschicht"? Bin doch froh, wenn ich erst mal selbst da gelandet bin. Muss wohl Berater werden.

Kann ich dann Verrücktes tun (Regel neun)? Für einen Energiedrinkhersteller aus der Stratosphäre mit dem Fallschirm abspringen oder widerrechtliche Besetzung im Sinne mancher Nicht-Registrierungs-Spendensammelorganisation machen? Das schweißt zusammen, heißt es. Mmhhh.

Besser ist Regel 10: Leute nach Bauchgefühl einstellen. Nicht nur den Algorithmen glauben, sondern das gute alte Vorstellungsgespräch führen. Das liefert Erkenntnisse, die Zahlen nicht erfassen können. "Ach was", hätte Loriot gesagt.

Und nun?

Bleiben Sie Mensch, respektieren Sie Ihre Kunden, Mitarbeiter, Kollegen. Hören Sie zu und sagen Sie, was Sie denken. Denken Sie! Seien Sie offen für andere Ideen. Fragen Sie ruhig mal, wenn Sie nicht weiterwissen (ja, auch DEN Berater). Und vergessen Sie den Spaß an der Arbeit nicht. Und dann braucht man natürlich auch immer etwas Glück. Seien Sie sich dessen bewusst.

Christian Kionka

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